Zielstellung
Ausgangspunkt dieser Fallstudie ist ein Explorationsvorhaben im australischen Saxby, wo Vorkommen einer magmatischen Sulfid-Ni-Cu-PGE-Mineralisierung in einem großen mafisch-ultramafischen Intrusionskomplex untersucht werden sollen. Die Lage des Zielgesteins ca. 400 m unter jüngerem und leitfähigem Sedimentgestein macht die Exploration technisch besonders anspruchsvoll. Texturvariationen, sowie eine magmatische sulfid und olivin-reiche Beschaffenheit des Gesteins deuten darauf hin, dass bei Saxby eine potenzielle wirtschaftliche Massivsulfid-Mineralisierung vorhanden sein könnte.
Historie
Um die Kartierung von aussichtsreichen geologischen Einheiten (Rohstoffe) unter der tiefen Überdeckung zu erleichtern, wurden zuvor luftgestützt magnetische, gravimetrische, AMT-Untersuchungen sowie elektromagnetische Bodenuntersuchungen durchgeführt. Anschließende Diamantbohrungen an ausgewählten Zielen zeigten, dass die hohe Gravitationsanomalie und die starke Überdeckung eine Exploration des mafisch-ultramafische Intrusionskomplex zu einer anspruchsvollen Herausforderung macht.
Mit dem JESSY DEEP SQUID EM-Empfänger sollte eine Antwort auf diese Herausforderungen gefunden werden.
Erzieltes
Ergebnis
Im Jahr 2008 konnten in einem Bohrloch namens SXD005 Goldvorkommen nachgewiesen werden. Die Bohrung durchteufte eine 17 m lange Mineralisierung mit einem Gehalt von 6,75 g/t Au in 631 m Tiefe und brachte einen hochgradigen Kern von 5 m mit einem 19,3 g/t Au Gehalt aus 635 m zutage.
Das Saxby Goldprojekt schloss zudem bei der Durchteufung eine zweite Zone mit einer niedrig-gradigen Goldmineralisierung (7 m mit 1,98 g/t Au aus 614 m) auf - ein Erfolg, der unseren Kunden Anglo American zu dem Namen Lucky SQUID inspirierte.
JESSY DEEP wird nun dazu eingesetzt, um Massivsulfid-Ni-Cu-PGE-Mineralisierungen in der Tiefe aufzuspüren. Die innovative Technik ermöglichte es erstmals, die Stärke erfasster EM-Anomalien zu definieren, die zuvor mit herkömmlichen geophysikalischen Techniken nicht erkannt werden konnten. Hier kommt der Vorteil eines SQUID-Sensors gegenüber anderen EM-Feldsensoren zum Tragen, indem späte (bezüglich des Transmitterabschaltens) oder schwache EM-Felder erfasst werden, die unter dem Umgebungsrauschen oder der Nachweisgrenze eines herkömmlichen EM-Feldsensors (wie z.B. Fluxgate-Magnetometers oder einer Spule) liegen.
Fazit: JESSY DEEP kann im Bergbau verlässlich zur Definition von Bohrzielen eingesetzt werden, bei denen sich andere geophysikalische Techniken als ungeeignet oder nur teilweise erfolgreich erwiesen haben.
Leistungen des Messystems
Anglo American hat im Jahr 2007 eine 276,4 km Linienkilometer an TEM-Untersuchung mit JESSY DEEP über der Hauptschwereanomalie durchgeführt. Die Untersuchung wies auf mehrere große, gut definierte elektrische Leiter im Basisgestein hin, die zuvor unentdeckt waren. Die Ergebnisse der SQUID-Untersuchung waren sehr ermutigend. Das System kartierte problemlos starke elektrische Leitfähigkeitsstrukturen im Grundgebirge unter einer mindestens 400m mächtigen und sehr leitfähigen (200 Siemens) Sediment-Überdeckung.
Die ausgezeichneten Daten der Untersuchung mit JESSY DEEP stehen in deutlichem Kontrast zu den Daten anderer geophysikalischer Methoden im gleichen Gebiet. Vergleicht man die Daten der SQUID-Vermessung auf der Linie 7.877.000 mN mit früheren AMT-Daten auf derselben Linie (Abbildung 3), so zeigen die SQUID-Daten eindeutig elektrische Leiter im Grundgestein, die durch Bohrungen genau anvisiert werden können.
Referenzen
- Kneeshaw, A., Haker,A., Collaborative Drilling Initiative Proposal: Saxby Project, NW Qld, Anglo American Memorandum, 2008
- Anglo American Annual Reports 2007-2009
- Falcon Minerals Website: www.falconminerals.com.au